Wie kann KI Arztpraxen unterstützen?
Beim Gesundheitskongress des Westens Anfang Mai in Köln ging es u. a. um die Chancen und Risiken beim Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im medizinischen Bereich. Aktuelle Befragungen zeigen, dass bereits etwa jede zehnte Arztpraxis KI nutzt, z. B. zur Unterstützung der Diagnosestellung oder zur Vereinfachung von Praxisabläufen. Beispiele hierfür sind KI-Telefonassistenten oder Software zur Aufzeichnung und Zusammenfassung von Patientengesprächen.
Mehr Zeit und Aufmerksamkeit (Blickkontakt) für das Patientengespräch würde sowohl von Patientinnen und Patienten als auch von ärztlicher Seite positiv bewertet. Allerdings müssten (längere) Gesprächszeiten auch adäquat vergütet werden, so die Forderung.
Politische, rechtliche und ethische Fragen
In den Diskussionen wurde darauf hingewiesen, dass der Einsatz von KI im Gesundheitsbereich verschiedene Fragen aufwirft, politische, rechtliche und ethische, z. B.:
- Wer entscheidet, welche Algorithmen im medizinischen Kontext genutzt werden?
- Wem gehören die Daten, mit denen generative KIs trainiert werden?
- Wo werden die Daten gespeichert? Auf amerikanischen oder europäischen Servern?
- Wer trägt die Verantwortung, wenn KI-unterstützte Entscheidungen Patientinnen und Patienten Schaden zufügen?
Diese und weitere Fragen gilt es zu diskutieren und Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Einsatz rechtssicher ermöglichen. Grundregeln liefert der EU AI Act. Darüber hinaus sollen Softwarezertifikate, z. B. das C5-Testat des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die Einhaltung von hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards gewährleisten.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt auf ihrer Webseite eine Broschüre zur Nutzung von KI in Arztpraxen zur Verfügung.