Frauengesundheit im Faktencheck: verbreitete Mythen im Überblick

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Anlässlich des Internationalen Aktionstags für Frauengesundheit am 28. Mai weist der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) auf die Bedeutung wissenschaftlich fundierter Gesundheitsinformationen hin. Gerade im Bereich der Frauengesundheit verbreiten sich über soziale Medien, Internetforen und persönliche Erfahrungsberichte häufig Darstellungen, die medizinisch nicht ausreichend belegt sind und zu Verunsicherung bei Patientinnen führen können.

Das Problem: Solche Mythen können dazu bei­tragen, dass Beschwerden bagatelli­siert, Warn­zeichen zu spät erkannt oder ungeeignete Selbst­behand­lungen aus­pro­biert werden. 

Der BVF greift zu Aufklärungszwecken verschiedene verbreitete Mythen rund um die Frauengesundheit auf:

  • Mythos: Starke Regel­schmerzen sind normal.
    Starke oder wiederkehrende Schmerzen sollten medizi­nisch abgeklärt werden, da auch Erkran­kungen wie Endo­metriose dahinter­stecken können.
  • Mythos: Joghurt-Tampons helfen bei Scheidenpilz.
    Für dieses Haus­mittel gibt es keine belast­baren klini­schen Wirk­sam­keits­nachweise. Bei anhaltenden Beschwerden wird eine gynä­ko­lo­gische Abklä­rung empfohlen.
  • Mythos: Die Pille macht dauerhaft unfruchtbar.
    Systema­tische Über­sichts­arbeiten zeigen, dass die Frucht­barkeit nach dem Absetzen rever­sibler Ver­hütungs­methoden i. d. R. zurück­kehrt. Eine dauer­hafte Beein­trächti­gung der Frucht­bar­keit durch die Pille ist medizi­nisch nicht belegt.
  • Mythos: Die Pille danach ist eine Abtreibungspille.
    Die Pille danach dient der Not­fall­ver­hütung und beendet keine bestehende Schwanger­schaft.
  • Mythos: Die HPV-Impfung ist nur für Mädchen wichtig.
    Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung ausdrücklich sowohl für Mädchen als auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren.
  • Mythos: Blutungen nach den Wechseljahren sind meist harmlos.
    Blutungen nach der Meno­pause sollten grund­sätz­lich gynä­ko­lo­gisch abge­klärt werden, da sie auch auf ernst­hafte Erkran­kungen hinweisen können.
  • Mythos: Alle Impfungen in der Schwangerschaft sind gefährlich.
    Nicht alle Impfungen sind in der Schwanger­schaft kontra­indiziert. Die STIKO empfiehlt Schwangeren beispiels­weise ausdrücklich die Impfungen gegen Pertussis und saisonale Influenza.

Der BVF empfiehlt, Gesund­heits­infor­ma­tionen aus dem Internet grund­sätzlich kritisch zu prüfen – insbe­sondere dann, wenn schnelle Lösungen, pauschale Warnungen oder vermeint­liche Wunder­mittel beworben werden.

Auch aus dem Praxis­alltag dürften Ihnen viele dieser Aus­sagen bekannt vorkommen. Welche Gesund­heits­mythen begegnen Ihnen in der Sprech­stunde besonders häufig? Schreiben Sie uns gerne unter info@rpinstitut.com.

Weitere Informationen sowie alle 10 Mythen zur Frauen­gesundheit finden Sie beim Berufs­verband der Frauen­ärztinnen und Frauen­ärzte e.V.
https://www.frauenaerzte-im-netz.de/aktuelles/meldung/bvf-raeumt-mit-10-mythen-der-frauengesundheit-auf/

Bildquelle: DAP Networks GmbH