Exklusive Rabattverträge gefährden laut Pro Generika die Arzneimittelversorgung
Ende Mai wurden exklusive Rabattverträge für Biosimilars durch den Gesetzgeber verboten, denn der dadurch ausgelöste Unterbietungswettbewerb der pharmazeutischen Hersteller mache Lieferketten fragil und verstärke die Abhängigkeit von China (die Produktionskosten liegen in China deutlich niedriger als in Europa). Bei exklusiven Rabattverträgen erhält nur der günstigste Anbieter den Zuschlag, der Rest geht leer aus. Der Verband Pro Generika fordert, das Verbot von exklusiven Rabattverträgen auch auf andere versorgungskritische Arzneimittel auszuweiten, um Lieferketten und den Standort Europa zu stärken.
Als Beispiele für kritische Arzneimittel mit einer geschwächten Lieferkette werden das Brustkrebsmittel Tamoxifen, der Angstlöser Lorazepam, das Diabetesmedikament Metformin und das Antibiotikum Amoxicillin genannt. Die Anzahl der Hersteller, die den deutschen Markt versorgen, hat sich beispielsweise bei Tamoxifen von 19 im Jahr 2006 auf aktuell 3 stark reduziert. Bei Metformin gab es 2011 noch 40 Hersteller auf dem deutschen Markt, 2026 sind es noch 5.