Chronische Nierenkrankheit: warum eine frühzeitige Diagnose so wichtig ist
Lange galt die chronische Nierenkrankheit (CKD: chronic kidney disease) als schleichend progredient und unaufhaltbar. Doch moderne Therapien können das Fortschreiten häufig bremsen oder zum Stillstand bringen – eine frühzeitige Diagnose vorausgesetzt. Aus diesem Grund fordert die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) ein konsequentes, modernes Nierenscreening, insbesondere für Risikogruppen, etwa Patientinnen und Patienten mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck.
wei einfache Untersuchungen zur Früherkennung sind dabei ausreichend: ein Bluttestzur Bestimmung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) sowie ein Urintest auf Albumin (Urin-Albumin-Kreatinin-Quotient, UACR). „Albumin ist ein Eiweiß, das nicht in den Urin gehört, und damit häufig das früheste messbare Zeichen einer Nierenschädigung – oft lange bevor die Filterleistung der Niere messbar abnimmt“, betont Professorin Dr. med. Sylvia Stracke, Bereichsleitung Nephrologie und Hypertensiologie an der Universitätsmedizin Greifswald und Pressesprecherin der DGfN. „Wer allein auf die eGFR schaut, übersieht viele Betroffene in einem Stadium, in dem wir heute besonders effektiv behandeln können.“
Ein regelmäßiges Nierenscreening, kombiniert mit einer frühzeitigen, leitliniengerechten Therapie, kann die Zahl der dialysepflichtigen Patientinnen und Patienten nachhaltig senken und die Lebensqualität Betroffener deutlich verbessern.