Wirtschaftlichkeit

Bei seiner Verordnungsentscheidung steht der Arzt in einem rechtlichen Spannungsfeld: Auf der einen Seite soll die bestmögliche Therapieoption für den Patienten ausgewählt werden, andererseits sieht er sich mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot und den Prüfvereinbarungen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) konfrontiert. Insbesondere seit 2017 sind für Ärzte neue Vorgaben von den KVen zu beachten, die einen erheblichen Einfluss auf die Verordnung einzelner Präparate haben. Auf dem DeutschenArztPortal finden Sie einen Überblick zu den aktuellen Regelprüfmethoden der KVen.

Nicht allein die regionalen Prüfvereinbarungen der KVen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit eines Arzneimittels. Seit dem 1. Januar 2011 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die gesetzliche Aufgabe, für alle neu zugelassenen Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen sofort nach Markteintritt eine Nutzenbewertung durchzuführen (AMNOG-Prozess). Für den Arzt ist durch die Ergebnisse der Nutzenbewertung ersichtlich, welche Patientengruppen von der Therapie besonders profitieren. Das Ergebnis hat außerdem Einfluss auf die Preisfindung des neuen Medikaments: Auf Basis der Nutzenbewertung verhandelt der GKV-Spitzenverband den Erstattungsbetrag, den die GKV für das Medikament bezahlt. Das DeutscheArztPortal bietet Ihnen eine Übersicht zu bisher abgeschlossenen AMNOG-Verfahren.

Der sogenannte Sprechstundenbedarf umfasst alle Verbrauchsmaterialien (Arzneimittel, Verbandmittel, Hilfsmittel), die für mehr als einen Patienten verwendet werden, für Notfälle zur Verfügung stehen müssen oder bei einem ärztlichen Eingriff benötigt werden. Sprechstundenbedarf wird über die Gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet und kann somit auch nur für gesetzlich Versicherte verwendet werden.