Verordnungshilfe 9

Verordnung oraler Kontrazeptiva zulasten der GKV

Verschreibungspflichtige Kontrazeptiva und nicht verschreibungspflichtige Notfallkontrazeptiva sind gemäß § 24a SGB V bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungsfähig.

§ 24a Absatz 2 SGB V:
„Versicherte bis zum vollendeten 20. Lebensjahr haben Anspruch auf Versorgung mit verschreibungspflichtigen empfängnisverhütenden Mitteln; […]. Satz 1 gilt entsprechend für nicht verschreibungspflichtige Notfallkontrazeptiva, soweit sie ärztlich verordnet werden; […]“

Ab dem 20. Geburtstag können orale Kontrazeptiva für Zusatzindikationen (z. B. Behandlung von Akne oder Hirsutismus) gemäß ihrer Zulassung zulasten der GKV verordnet werden.

Außerdem erstattet die GKV die Kosten für eine Kontrazeption, wenn diese im Rahmen einer medizinischen Indikation erfolgt, wie bei der Therapie mit fruchtschädigenden Wirkstoffen (z. B. Methotrexat, Isotretinoin, Thalidomid). Die Diagnose muss dabei nicht auf der Verordnung angegeben werden.

Wichtig ist die Dokumentation der Indikation in der Patientenakte, wenn die Verordnung für Frauen über 20 Jahre zulasten der GKV erfolgt.

Die Verordnungshilfe stellt die Erstattungs- und Verordnungsmöglichkeiten oraler Kontrazeptiva zulasten der GKV übersichtlich dar.

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