Austausch verhindern / Dokumentation

Für die Apotheke besteht eine Verpflichtung zum Austausch des verordneten Präparates gegen eine preisgünstigere Alternative, wie beispielsweise rabattbegünstigte Arzneimittel (SGB V § 129 Absatz 1).

Der Arzt kann in medizinisch begründeten Einzelfällen durch Setzen des Aut-idem-Kreuzes auf dem Rezept eine solche Arzneimittelsubstitution in der Apotheke ausschließen.

Medizinisch begründete Fälle können vorliegen, wenn

  • Wirkstoffe mit geringer therapeutischer Breite bzw. bei besonders gefährdeten Risikogruppen eingesetzt werden,
  • die Teilbarkeit, die Darreichungsform oder eine bestimmte Freisetzungsrate nicht sichergestellt werden kann,
  • die Sondengängigkeit eines Präparates gesichert werden muss, oder
  • nachgewiesene Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Hilfs- und Zusatzstoffen bestehen.

Auszug aus dem Bundesmantelvertrag der Ärzte

§ 29 Verordnung von Arzneimitteln

(1) Die Verordnung von Arzneimitteln liegt in der Verantwortung des Vertragsarztes. Die Genehmigung von Arzneimittelverordnungen durch die Krankenkasse ist unzulässig.

(2) Will der Vertragsarzt zu einer Verordnung ausschließen, dass die Apotheken ein preisgünstigeres wirkstoffgleiches Arzneimittel an Stelle des verordneten Mittels abgeben, hat er den Ausschluss durch Ankreuzen des Aut-idem-Feldes auf dem Verordnungsblatt kenntlich zu machen.

Aut-idem-Kreuz

Ein Aut-idem-Austausch kann nur vom Arzt ausgeschlossen und auch aufgehoben werden, indem er bei der Verordnung ein Aut-idem-Kreuz auf das Rezept druckt.

Ein nachträglich handschriftlich ergänztes Aut-idem-Kreuz muss mit einer erneuten Unterschrift des Arztes mit Datumsangabe bestätigt werden.

Bedeutung für die Wirtschaftlichkeitsprüfung

Der Arzt trägt eine therapeutische und eine wirtschaftliche Verantwortung für die Verordnung von Arzneimitteln.

Das Setzen des Aut-idem-Kreuzes kann im medizinisch begründeten Einzelfall notwendig sein, um eine verlässliche Arzneimitteltherapie abzusichern. Die Möglichkeit für einen Substitutionsausschluss des verordneten Arzneimittels in der Apotheke erhält der Arzt mit dem SGB V § 73 (5) als auch mit dem seit 1.10.2013 gültigen Bundesmantelvertrag.

Prinzipiell sollte verantwortungsvoll mit „aut idem“ umgegangen werden.

Eine empfohlene „Maximalquote“ für das Setzen des Aut-idem-Kreuzes gibt es nicht.

Ein generelles Setzen des Aut-idem-Kreuzes gilt als unwirtschaftlich und ist im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung sicher schwer zu rechtfertigen.

Dokumentation

Gründe, die zu einer Verordnung mit Aut-idem-Ausschluss führen, sollten zum Nachweis bzw. zur Argumentation im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unbedingt in der Patientenakte bzw. –kartei dokumentiert werden.