Austauschbarkeit von Arzneimitteln / Aut-idem-Regelung

Aut idem (lat.) = „oder das Gleiche“

Früher galt: Mit dem Setzen des Aut-idem-Kreuzes erlaubt der Arzt, das verordnete Arzneimittel in der Apotheke auszutauschen, damit die Versorgung des Patienten gesichert ist, auch wenn das gewünschte Arzneimittel nicht verfügbar bzw. vorrätig ist.

Anfang 2002 wurde diese Regelung ins Gegenteil verkehrt und es gilt heute Folgendes:

Erfolgt die Verordnung eines Arzneimittels nur unter der Wirkstoffbezeichnung oder hat der Arzt die Ersetzung durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel nicht ausgeschlossen, also kein Aut-idem-Kreuz gesetzt, so ist der Apotheker verpflichtet, ein preisgünstiges Arzneimittel abzugeben.

Verordnetes und zu ersetzendes Präparat müssen folgende Voraussetzungen für eine Substitution erfüllen (§ 129 SGB­ V):

  • Gleicher Wirkstoff: es gelten grundsätzlich Salze, Ester, Ether, Isomere, Mischungen von Isomeren, Komplexe und Derivate eines Wirkstoffs als derselbe Wirkstoff
  • Identische Wirkstärke
  • Identische Packungsgröße: als identisch sind dabei Packungsgrößen, die nach geltender Packungsgrößenverordnung das gleiche Packungsgrößenkennzeichen (Normkennzeichen) tragen
  • Gleiche oder austauschbare Darreichungsform: Darreichungsformen mit identischer Bezeichnung sind gleich und solche, die der G-BA in der Arzneimittel-Richtlinie (Anlage VII Teil A) als austauschbar definiert hat
  • Zulassung für ein gleiches Anwendungsgebiet: ausreichend ist die Übereinstimmung eines von mehreren Anwendungsgebieten

Die Pflicht zum Austausch des verordneten Präparates in der Apotheke soll dazu beitragen, die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen zu senken.

Dabei ist die Apotheke unter den oben genannten Bedingungen verpflichtet, vorrangig ein Arzneimittel abzugeben, für das ein Rabattvertrag zwischen der Krankenkasse und dem pharmazeutischen Hersteller besteht (§ 130 a Absatz 8 SGB V).

Mit dem Setzen des Aut-idem-Kreuzes auf dem Rezept kann der verschreibende Arzt eine solche Arzneimittelsubstitution unterbinden.

Hinweis: Nach Rahmenvertrag (§ 5) gelten importierte Arzneimittel im Vergleich zum Originalpräparat als identisch und damit austauschbar.
Das Sozialgericht Koblenz hat dies allerdings mit einem Urteil vom 07.01.2014 (Az. S13 KR 379/13) anders beurteilt.