13.03.18
Hämorrhoidenmittel trotz Rezeptpflicht nicht verordnungsfähig!

Frage:

Kann man das rezeptpflichtige Präparat Doloproct Rektalcreme zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen und wie verhält es sich mit der 15-g-Packung, die keine N-Größe hat?

 

Antwort:

Doloproct-Rektalcreme enthält die Wirkstoffkombination Fluocortolon und Lidocain und wird zur Behandlung von Hämorrhoidalleiden eingesetzt. Das Präparat kann nicht zulasten der GKV verordnet werden, da in Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) ein Verordnungsausschluss für solche Arzneimittel formuliert ist.

Verordnungsausschluss verschreibungspflichtiger Arzneimittel gemäß Anlage III Nr. 30 Arzneimittel-Richtlinie: „Hämorrhoidenmittel in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen, zur lokalen Anwendung“

Hinweise zur Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit zulasten der GKV sind in der Arzneimitteldatenbank enthalten (s. Abb.).

Abb. aus Medistar®, Stand 01.03.2018; „3“=Anlage III der AM-RL

Außerdem stellt das DeutscheArztPortal eine aktuelle Übersicht der Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse gemäß AM-RL zur Verfügung.

» Arzneimittel-Richtlinie Anlage III

Verschreibungspflichtige Arzenimittel, die nicht von der GKV erstattet werden, müssen auf einem Privatrezept verordnet werden.

Doloproct-Rektalcreme gibt es in den Packungen 30 g N1 und 15 g. Die 15-g-Packung trägt kein N-Kennzeichen, da die Menge unter dem kleinsten in der Packungsgrößen­verordnung definierten Normbereich „N1“ liegt.

Die vorliegenden Fragen sind Verordnungsprobleme aus Praxen, für die Rp. Lösungsansätze vorschlägt. Trotz größter Sorgfalt können wir aufgrund der komplizierten Sachverhalte keine Haftung übernehmen.