13.07.17
Trotz vollständiger Rezeptangaben: Muss die Apotheke die Menge kürzen?

Frage:

Gibt es eine rechtliche Grundlage dafür, dass die Apotheke ein Rezept über 40 ml Fenistil-Tropfen nicht vollständig beliefern darf?


 

Antwort:

Bei Fenistil-Tropfen handelt es sich um ein apothekenpflichtiges, nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel (OTC). Deshalb darf die vorliegende Verordnung nur mit einer Packung Fenistil-Tropfen 20 ml N2 beliefert werden, da der Rahmenvertrag (§ 6 Absatz 2) die Abgabe mehrerer Packungen (Stückeln) unterhalb der größten Messzahl (hier: 50 ml) nicht erlaubt.

Packungsgrößen­verordnung:

Antiallergika, nicht abgeteilte Darreichungsform zur oralen Anwendung; Einzeldosis bis 3 ml/g [ml]:

N1 8?12     N2 18?22    N3 48?50

Die größte Messzahl beträgt 50 ml.

Rahmenvertrag § 6 Absatz 2:
„Entspricht die nach Stückzahl verordnete Menge, die keinem N-Bereich nach der geltenden Packungsgrößenverordnung zugeordnet werden kann, keiner im Handel befindlichen Packungsgröße, so sind, nach wirtschaftlicher Auswahl aus den zulässigen Packungsgrößen, verschreibungspflichtige Arzneimittel bis zur verordneten Menge abzugeben. Bei nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist die der verordneten Menge nächstliegende Packungsgröße abzugeben.

Hinweis: Da sich der genannte Paragraf nur auf die Verordnung nach Stückzahl bezieht, kann mit der Angabe bestimmter Packungsgrößen mit Normkennzeichen die gewünschte Rezeptbelieferung in der Apotheke gesichert werden.

Die vorliegenden Fragen sind Verordnungsprobleme aus Praxen, für die Rp. Lösungsansätze vorschlägt. Trotz größter Sorgfalt können wir aufgrund der komplizierten Sachverhalte keine Haftung übernehmen.